Beethovens und Schuberts Werke auf 432 Hz

Programm

Ludwig van Beethoven - Violinsonate G-Dur, op. 96 Nr. 10
Franz Schubert - Fantasie C-Dur, D 934
Ludwig van Beethoven - Violinsonate G-Dur, op. 96 Nr. 10

Der große Zyklus der zehn Violinsonaten Beethovens schließt mit einem Werk von schlichtem Ausdruck und gesanglicher Schönheit: der G-Dur-Sonate, op. 96. Sie entstand 1812, im selben Jahr wie die 7. und 8. Symphonie.
Offenbar war schon der Kritiker der Uraufführung von dieser Schlichtheit angetan: das Werk übertreffe fast alle anderen Violinsonaten Beethovens an „Popularität, Witz und Laune“, so sein Resümee. Im ersten Satz schlagen beide Themen unüberhörbar Ländler-Töne an, verraten also den „populären, launigen“ Zug zum Volkston. Die Art, wie Geige und Klavier die Themen in lyrisch-feinem Dialog ausspinnen, sucht unter den Violinsonaten Beethovens tatsächlich ihresgleichen.

Franz Schubert - Fantasie C-Dur, D 934

Die Tonart C-Dur ist aus christlicher Sicht die Schwingung des "Ich", daher auch von dem Antroposophen Beck der Auferstehung, d.h. Ostern zugeordnet. Diese Fantasie in C-Dur spricht eine durch und durch liebegetragene, abgeklärt zärtliche, vollkommen innige Sprache, die trotz hoher Anforderungen in extremer Leichtigkeit erscheint.
Franz Schubert wurde zu seinen virtuosesten Violinwerken durch einen exorbitanten Geiger inspiriert. 1826/27 schrieb er für den „böhmischen Paganini“ Josef Slawik die große C-Dur-Fantasie und das Rondeau brillant in h-Moll für Violine und Klavier. Beide Werke kamen der Vorliebe der 1820er Jahre für die virtuose, glänzende Salonmusik nur bedingt entgegen. Dies belegen zeitgenössische Rezensionen, die außerdem einem etwas zwiespältigen Bild von den geigerischen Fähigkeiten Josef Slawiks vermitteln.
Die C-Dur-Fantasie, D 934, komponiert im Dezember 1827, irritierte das Publikum bei der Uraufführung am 20. Januar 1828 durch ihre ungewöhnliche Länge. Einen Kritiker trieb es vorzeitig aus dem Saal, ein anderer sprach von einem Werk für ein „eigentliches Kenner-Publikum“. Schubert hatte sich von all jenen modischen „Phantasien“ distanziert „an denen die Phantasie sehr wenigen oder gar keinen Anteil hat, und die man nur so tauft, weil der Name gut klingt, und weil das Geisteskind, wie wild Wasser nach allen Seiten auslaufend, in keine gesetzliche Form sich hat fügen wollen“, wie die Allgemeine Musikalischen Zeitung diese Richtung 1826 beschrieb. Schuberts Fantasie zeigt dagegen den gleichen strengen Aufbau aus vier rudimentären Sonatensätzen im Rahmen einer einzigen großen Form wie seine Wandererfantasie und seine f-Moll-Fantasie für Klavier zu vier Händen. Wie in der ersteren bilden umfangreiche Liedvariationen das Zentrum, wie in der letzteren kehrt die Einleitung im Verlauf der Fantasie wieder.
Das einleitende Andante molto kreiert – wie alle Satzanfänge beim späten Schubert – eine unverwechselbare Aura. Es ist eine Elegie aus purem Klang. Die oszillierende Klangfläche des Klaviers und die endlos langen, metrisch kaum mehr zu bestimmenden Melodiebögen der Violine repräsentieren einen Aspekt des Fantasiebegriffs, den später Robert Schumann aufgreifen und theoretisch untermauern sollte: die Idee einer „höheren poetischen Interpunktion“ , die die „Tyrannei des Taktes“ überwindet.
Der verbissene Tanzrhythmus des folgenden a-Moll-Allegretto steht dazu im denkbar schärfsten, beinahe schon ironischen Kontrast, während das Thema der Variationen, Schuberts Rückert-Lied Sei mir gegrüßt von 1822, zum elegischen Grundton zurückführt. Besonders die mediantische Ausweichung von As-Dur nach C-Dur hatte es Schubert an diesem Lied angetan, wie das nochmalige Zitat dieser Stelle im Finale der Fantasie beweist. In den drei Variationen kommt der virtuose Anspruch einer Fantaisie brillante zu seinem Recht, so dass sich in diesem Werk drei verschiedene Aspekte des Fantasiebegriffs – strenge Form, freie Diktion und Brillanz – kongenial durchdringen.
14.12.2019
18:00 bis 19:00 Uhr
Stuttgart-Feuerbach

Cornelia Schwab und Renate von Hörsten

Cornelia Schwab, Geige

Sie erhielt eine breite musikalische Ausbildung und erreichte u.a. als Pianistin ein hohes Niveau (Mit 16 Jahren wurde sie erste Preisträgerin im Wettbewerb Jugend musiziert in München), sie studierte Violine (neben Klavier und Cembalo) am Konservatorium in Würzburg und an der Musikhochschule Frankfurt am Main bei Edith Peinemann. Anschliessend führte sie ihre Violinstudien bei Yehudi Menuhin, Pinchas Zukerman und Yfrah Neaman fort. Sie konzertierte mit den Bamberger Symphonikern und wurde Konzertmeisterin des Würzburger Kammerorchesters. Gleichzeitig trat Cornelia Schwab auch solistisch als Pianistin und Cembalistin auf. Europaweit war sie mit den Südwestdeutschen Bachsolisten, dem Trio Rubin und ehemals mit dem Arcana Quartett zu erleben. Seit 2003 ist Cornelia Schwab 2 Geigerin im
Novalis Quartett.

Renate von Hörsten, Klavier

Sie studierte in Hamburg an der Hochschule für Musik und Theater Klavier bei Prof. M. Beissenhirtz. Im künstlerischen Aufbaustudium wurde sie Prof. C. Hansen maßgeblich geprägt. Sie korrepetierte in den Klassen Prof. Wilfrid Laatz, 1. Konzertmeister Philharmoniker Hamburg, sowie beim 1. Soloflötisten der Berliner Philharmoniker Prof. Karlheinz Zoeller und in der Gesangsklasse Prof. Ralf Gothoni an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Seit 1989 ist sie Dozentin für Klavier und Korrepetition bei den Hofer Symphonikern und korrepetiert beim Internationalen Wettbewerb San Remo sowie dem Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" und gab Liederabende mit Roman Trekel (Staatsoper Berlin), sowie mit Marius Brenciu „Sänger der Welt Cadiz“.
Das „Satyagraha“: ein Mittelpunkt von Kultur & mehr in Feuerbach

In ihrem Veranstaltungszentrum „Satyagraha“ in der Scharfenschlossstraße 5 bietet Margarete Klotz ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm an, wie man es auch in großen Ballungszentren nicht oft findet. Mit ihrem Tun erhofft die gebürtige Ludwigsburgerin und seit vielen Jahren Wahl-Feuerbacherin sich „schon ein bisschen Bewusstheit, Freude und positive Energie in eine Welt zu bringen, die immer mehr in Entwurzelung und Unbewusstheit abzudriften scheint“, wie sie selbst sagt.
Nach 45 Jahren an der Stuttgarter Musikschule leitet sie seit Bestehen des Zentrums eine Gesangsklasse, aus der bereits mehrere Bundespreisträger bei „Jugend Musiziert“, Gesangsstudenten und OpernsängerInnen hervorgegangen sind.
Musik und Konzerte stellen das andere große Hauptfeld dar. Dabei haben oft hervorragende junge Sängerinnen, die Klotz unterrichtet und ausbildet, die Möglichkeit, in einem entspannten Ambiente vor einem mittelgroßen Publikum für spätere Aufführungen beispielsweise in staatlichen Kulturinstitutionen zu „üben“. Aber auch die Meisterin selbst gibt oft eigene Konzerte – auch außerhalb und vorzugsweise in Begleitung ihres Lieblingsinstruments, eines hochwertigen Cembalos in der früher gängigen 432 Hz-Stimmung. Normalerweise sind heute alle Instrumente und alle Musik in 440 Hz gestimmt – einer Frequenz, die, so meinen viele, nicht allzu optimal auf die menschliche Psyche wirkt. Die ursprüngliche Stimmung von 432 Hz – allgemein als „Kammerton“ bezeichnet – , wurde erst seit den 30er Jahren weltweit eingeführt.
„Die Lehre der Harmonik besagt, dass Natur und Musik bezüglich der Proportionslehre den gleichen Naturgesetzen unterstehen. Daraus ergibt sich, dass der Klang mit und in allen Lebewesen – Menschen, Tieren und Pflanzen – resoniert. Musik in 432 Hz macht uns harmonischer und hat sogar die Fähigkeit, zu heilen.“, ist Klotz überzeugt. Dieser Aspekt ist ihr so wichtig, dass sie großen Wert darauf legt, in jeder Vorankündigung und auf jedem Plakat dieses „Alleinstellungsmerkmal“ der 432-Stimmung zu erwähnen.
Wichtig: Die genaue Adresse wird Ihnen nach der Ticketbestellung angezeigt.

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14.12.2019 - Stuttgart-Feuerbach
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