Künstler

Klassik

Christina Bach und Berhold Wicke

Nordrhein-Westfalen

Christina Bach entdeckte ihre Liebe zur Kammermusik während des Studiums an der Musikhochschule Köln und entwickelte diese u.a. mit dem Alban-Berg-Quartett weiter. 1995 wurde ihr damaliges Trio con brio mit dem Schubert-Preis ausgezeichnet. Nach London und Seattle ist das Rheinland nun wieder die (musikalische) Heimat der Freischaffenden. Berthold Wicke studierte zunächst Philosophie und Theologie in Wuppertal und Marburg und danach Kirchenmusik (mit Orgel, Klavier und Komposition im Hauptfach) in Heidelberg und Köln. Ab 1976 wirkte er als A-Kantor in Bonn und leitete dort auch über viele Jahre das Bonner Jugendsinfonieorchester. Konzertreisen führten ihn über Europa hinaus in die USA , nach Australien und nach Israel – wo er auch eine Berufung zum Gastkantor an der Jerusalemer Erlöserkirche erhielt.Auf große Resonanz stieß die von ihm initiierte Reihe „Oper in der Kirche“. Gelegentlich trat Wicke auch als Komponist hervor; zuletzt mit einem Zyklus von Orchesterliedern, der 2016 im Rahmen der 200-Jahr-Feier der Bonner Evangelischen Kirche uraufgeführt wurde. Gegenüber den anderen Klavierwerken tritt bei Beethoven – im Unterschied zu Mozart oder gar Schubert die vierhändige Klaviermusik zwar sehr zurück – immerhin aber brachte er, neben Märschen und Variationswerken, 1797 seine vierhändigevon D-Dur-Sonate op.6 bei Artaria heraus: ein liebenswürdiges zweisätziges Gelegenheitswerk von intimem, hausmusikalischem Charakter, das unser Programm eröffnet. Im pochenden Thema des Kopfsatzes kann man schon das Schicksalmotiv der fünften Sinfonie wiederentdecken. Ein Rondo in der Form ABACA beschließt die Sonate in freundlich-spielerischem Ton. “Die letzte Woche des Septembermonats ist, was unser äußeres Leben betrifft, sehr still hingegangen, umso mehr aber hat mein Robert mit dem Geist gearbeitet! er hat ziemlich ein Quintett vollendet, das mir nach dem, was ich erlauscht, wieder herrlich scheint – ein Werk voll Kraft und Frische!” - so notiert Clara Schumann in ihrem Tagebuch im September 1842. Die Rede ist von einem Werk voller tief-innerlicher Klangpoesie, vom Klavierquintett op. 44 Es-Dur, das Robert Schumann in einem schwärmerischen Schaffensrausch im Laufe von nur fünf Tagen komponiert hatte. Clara Schumann hat das Werk kongenial für Klavier zu vier Händen bearbeitet – und in dieser Version bildet es die Mitte des Programms am 15.12. Wiener Klassik, deutsche Romantik und ein impressionistischer Epilog: Nachdem sich Claude Debussyab 1880 in der Schweiz, Rom und Russland aufhielt, kehrte er 1887 zurück in seine Geburtsstadt Paris. Hier begann er 1888 mit der Arbeit an dem Klavierwerk Petite suite. In dem Werk zeigt sich, wie sehr Claude Debussy sich der Tradition der französischen Musik verbunden wusste. Ein deutlich Merkmal etwa ist das Tänzerische in den elastischen Rhythmen, aber auch hier schon, und darin über die Tradition hinausweisend, die Kühnheit der Harmonik. Die vier Sätze bieten eine ungezwungene Fülle einfallsreicher Melodien: in der träumerisch-wiegenden sechsachtel-Kantilene in „En bateau“, im schwungvoll-federnden Marschrhythmus der „Cortège“, im quintengeprägten Rokokothema des „Menuett“ und schließlich in der Walzerseligkeit des „Ballet“.
Veranstaltung mit diesem Künstler:

15.12.2019

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Bonn

Rendez-vous avec Schumann et Debussy
Christina Bach und Berhold Wicke
30 Plätze